Der Lustgarten Gestern und Heute

Denke immer daran , alles was wir hier auf dieser Welt nutzen ist nur geborgt, gehe mit allem entsprechend sorgsam um , damit unsere Nachkommen uns nicht verachten , sondern auch ein glückliches Leben , in einer gesunden Natur und Umwelt erleben können !!!

 Der Lustgarten Gestern und Heute

Geschichte

Erste Gartenanlage

Der nördliche Teil der aus einer Sandbank entstandenen Spreeinsel war ursprünglich ein relativ sumpfiges Gelände. Während auf dem südlichen Teil der Insel zwischen zwei Armen der Spree im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln entstand und ab 1442 nördlich davon auf dem zentralen Teil eine mittelalterliche Burganlage von KurfürstFriedrich II. errichtet wurde, ist über die Nutzung und das Aussehen des nördlichen Teils der Insel, auf dem der heutige Lustgarten liegt, zu dieser Zeit nichts bekannt. Erstmals erwähnt wird er 1471, man kann aber davon ausgehen, dass das Gelände auch schon vorher als Garten gedient hatte.

Memhardt-Plan von 1652: Lustgarten und Schlossareal

Unter Kurfürst Johann Georg wurde das Areal 1573 im Zuge des Schlossausbaus zu einem Nutz- und Küchengarten umgestaltet, verantwortlich dafür war sein Hofgärtner Desiderius Corbinianus. Aus der küchen notturft, den Bedürfnissen und Ansprüchen der Hofküche heraus gestaltete Corbinianus einen Teil des Gartens als Kräutergarten, auch Obstbäume wurden gepflanzt. Vermutlich dürfte ein Teil des Areals auch höfischen Festlichkeiten gedient haben.

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde auch der Garten verwüstet und verwilderte.


 

 Lustgarten

 Erst 1645 ließ der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm den Garten wiederherstellen und durch den Militäringenieur Johann Mauritz und den Hofgärtner Michael Hanff nach dem Vorbild der niederländischen Gärten neu und künstlerisch ausgestalten. Das Gelände fiel von Südwest nach Nordost in Terrassen leicht ab und trägt seit 1646 den Namen Lustgarten.

Großen Einfluss auf die Gestaltung hatte vermutlich der Schlossbaumeister Johann Gregor Memhardt, der seine Vorstellungen 1652 in einem Plan für die Gestaltung Berlins, dem Memhardt-Plan, vorlegte. Darin sah er einen dreigeteilten Garten vor, der nur teilweise verwirklicht wurde. Neben dem eigentlichen Lustgarten, der ein Arboretum, Volieren, Hecken, Statuen, Skulpturen und Laubengänge sowie ein Lusthaus vorsah, entwarf Memhardt einen sich westlich anschließenden Wassergarten mit Springbrunnen, Fontäne und Wasserspielen sowie einen Küchengarten, der auch exotische Pflanzen und Gewürze beherbergen sollte.

Das Lusthaus erbaute Memhardt schon 1650 im niederländischen Stil, im Untergeschoss enthielt es eine künstliche Grotte. Auch für die 1649 aus Holland eingeführten und erstmals hier angepflanzten Kartoffeln wurde 1652 das Pomeranzenhaus errichtet, in dem neben Kartoffeln auch Tomaten als Zierpflanzen gezogen wurden. Durch einen Fehler im Heizsystem brannte das Gebäude 1655 ab, wurde 1656 neu aufgebaut und 1658 wieder abgerissen, um Platz für Befestigungsanlagen zu schaffen. Im Rahmen der Fortifikation wurde der Festungsgraben angelegt, der den Lustgarten zerschnitt und den Cöllner Stadtgraben mit der Spree verband. Der dort gelegene Teil des Gartens musste verlegt werden.

1690 Grotte und Pomeranzenhaus auf dem Lustgarten

 

Der Botaniker und Hofmediziner Johann Sigismund Elsholtz wurde 1657 Gartenmeister und damit verantwortlich für die Gartenanlagen und entwickelte sie in den Folgejahren zum ersten botanischen Garten Berlins. Der der Öffentlichkeit frei zugängliche Garten war ein beliebter Treffpunkt der Berliner und der erste und älteste Gartenplatz der Stadt.

 


 

 Exerzierplatz

Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. schätzte den Lustgarten nicht besonders und ließ ihn noch im Jahr seiner Krönung 1713 zu einem sandgedeckten Exerzierplatz umbauen, Statuen und die Orangerie wurden nach Charlottenburg verlagert. 1738 wurde das Lusthaus der Kaufmannschaft übergeben. Im Obergeschoss wurde dort die Berliner Börse eingerichtet, im Untergeschoss befand sich eine Bildhauerwerkstatt. 1798 wurde es ganz abgerissen und wich einem Neubau für die Börse. Am Ort des ehemaligen Pomeranzenhauses entstand ab 1749 der Packhof.

  

1750 Die Boerse im Lustgarten als              1788 Lustgarten mit Domkirche

Sommerhaus gebaut


Lennés Parkanlage

Der ab Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete und 1750 eingeweihte barockeBerliner Dom wurde zwischen 1820 und 1822 von Karl Friedrich Schinkel modernisiert und klassizistisch umgestaltet. In den nächsten Jahren begann die Umgestaltung des nördlichen Teils der Spreeinsel zur Museumsinsel und von 1825 bis 1828 entstand das ebenfalls von Schinkel entworfene klassizistische Königliche Museum, das heutige Alte Museum.Weitgehend auf Grundlage von Schinkels Vorstellungen wurde dann von 1826 bis 1829 durch Peter Joseph Lenné die nun von Spree, Stadtschloss, Dom und Altem Museum eingefasste Platzfläche des Lustgartens neu gestaltet.

  

1830 Lustgarten Museum und                          1840 Lustgarten mit Granitschale

umgebauter Dom v. Schinkel

 

   

1828 Verladung und Aufstellen der Granitschale             

1830 Berlin Altes Museum Friedrich Thiele

1831 wurde vor der Freitreppe des Königlichen Museums eine 22 Fuß (6,91 Meter) durchmessende antikisierende Granitschale aufgestellt, die der Steinmetz und Bauinspektor Christian Gottlieb Cantian aus einem einzigen Granitfindling, einem der Markgrafensteine in den Rauenschen Bergen, geschlagen hatte.

1821 Die Gegensteine in den Rauenschen Bergen

 

2014 Die Gegensteine in den Rauenschen Bergen ,hier ist jetzt der rechte Stein der Kleinere, denn

aus ihm wurde die Granitschale gearbeitet.

 

1871 wurde die Fontäne durch ein Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III. ersetzt.

1880  Lustgarten mit Reiterdenkmal Friedrich Wilhelm III.

Zwischen 1894 und 1905 wurde der Berliner Dom von Julius Carl Raschdorff durch ein  größeres Gebäude

(nach Vorbild des Petersdoms in Rom) fertiggestellt.

 Der Berliner Dom

               Der Dom im Jahre 1782

   1890 Der umgebaute Dom von Schinkel 1816-16

1892 Die wunderschöne Kaiser Wilhelm Brücke mit dem alten Dom heute die Liebknechtbrücke ohne Vergleich !!!

      1894 Der Dom kurz vor der Sprengung

1898 Der neue Dom am Lustgarten

 

1898 Der neue Dom

 

Der Berliner Dom Innen und die Gruft der Hohenzoller


 

 

Weimarer Republik und Nazizeit

In der Zeit der Weimarer Republik diente der Platz vielfachen politischen Kundgebungen vor allem der Arbeiterbewegung. So demonstrierten am 31. August 1921 500.000 Berliner im Lustgarten gegen den sich verstärkenden rechtsradikalen Terror. Einen Tag nach der Ermordung Walther Rathenaus fand am 25. Juni 1922 hier eine spontane Protestkundgebung von 250.000 Berlinern statt. Am 7. Februar 1933 demonstrierten 200.000 Teilnehmer gegen den gerade ernannten ReichskanzlerAdolf Hitler und seine NSDAP-Regierung.

Auch die Nationalsozialisten nutzten den Lustgarten als Platz für Kundgebungen. Im Kontext der Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 1936 wurde er nach Plänen von Ministerialrat Conrad Dammeier von 1935 bis 1936 in einen gepflasterten Parade- und Aufmarschplatz umgestaltet, der flankiert war von breiten Rasenflächen.

 Durch Luftangriffe der Alliierten wurde der Lustgarten und die angrenzenden Gebäude der Museumsinsel zu 80% zerstört. Zahlreiche Kunstwerke der Museen fielen schon 1939 der NS-Aktion Entartete Kunst zum Opfer, in den Luftangriffen des Kampfes um Berlin verbrannten viele weitere.

   

  1944 Zerstörung der Kuppel des Doms durch Luftangriff

  

1951 und 1955 am Lustgarten


 

Neugestaltung in den 1990er-Jahren

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erhielt der Lustgarten seinen historischen Namen zurück. Es wurden Pläne zur Neugestaltung des Lustgartens im Sinne der Lennéschen Planungen diskutiert und mehrere Wettbewerbe veranstaltet. Der bildende Künstler Gerhard Merz gewann 1994 mit seinem Entwurf das Auswahlverfahren. Sein Vorschlag wurde jedoch wie auch der Siegerentwurf des zweiten Wettbewerbsverfahrens 1997 von Gustav Lange durch die Öffentlichkeit abgelehnt. Beide Entwürfe wollten das historische Pflaster erhalten, dessen Denkmalschutz der Berliner Senat schließlich aufhob, sodass der zweitplatzierte Entwurf aus beiden Verfahren vom Atelier Loidl, der sich an den ursprünglichen Plänen von Schinkel orientierte, von 1998 bis 1999 für 3,5 Millionen Euro umgesetzt werden konnte. Dabei wurde ein Großteil der Linden gefällt und durch Neupflanzungen entlang der Spree ersetzt. Der neue Lustgarten wurde 2001 mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgezeichnet.

   

Zum Gästebuch

http://aahh-bernds-berlin.npage.eu/guestbook.html

Ich würde mich über alte Bücher, Fotos , Karten ,Ansichtskarten, Bilder und Geschichten über das "Alte Berlin" freuen und denke nicht , dass hat er schon oder das kennt er schon !! Alles ist für mein Hobby "Das Alte Berlin " immer wieder spannend !! Ich hole mir auch das Material ab oder komme für die Transport- oder Versandkosten auf.

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