Um den Müggelsee und Müggelberge Gestern und Heute

Denke immer daran , alles was wir hier auf dieser Welt nutzen ist nur geborgt, gehe mit allem entsprechend sorgsam um , damit unsere Nachkommen uns nicht verachten , sondern auch ein glückliches Leben , in einer gesunden Natur und Umwelt erleben können !!!

Der Müggelsee und die Müggelberge

 Gestern und Heute

 

Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Zur Abgrenzung von dem mit ihm verbundenen, nur 15 Hektar großen Kleinen Müggelsee wird er als Großer Müggelsee bezeichnet.

 

Der Müggelsee gehört zum Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, die Ortsteile Köpenick (größter Teil), Friedrichshagen (nur Großer Müggelsee), Rahnsdorf und Müggelheim (nur kleiner Müggelsee) teilen den See unter sich auf.

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Namensgeschichte

 

Die ersten Nennungen des Wortbestandteils „Müggel“ finden sich laut Gerhard Schlimpert im „Codex diplomaticus Brandenburgensis“: 1394 als den Tyns in der Miggel und 1487 als von der Miggelseh.

Wahrscheinlich  sei der Name eine vorslawische, germanische Herkunft aus der indogermanischen Wurzel migh-, mighla = Nebel, Wolke, wozu beispielsweise das niederländische miggelen = staubregnen gehöre. Den Wortbestandteil „Heim“ im Namen des heutigen Berliner Ortsteils Müggelheim brachten nach Schlimperts Analysen um 1750 Pfälzer Siedler bei der Anlage des Dorfes aus ihrer Heimat Odernheim mit.

Ortsteil Müggelheim

                

Wappen bis 1987 links und rechts aktuelles Wappen

Müggelheim wurde 1747 von zwanzig Familien aus Odernheim im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken gegründet; die Siedlungsgeschichte hat große Ähnlichkeit mit der vom benachbarten Friedrichshagen. Dass es sich, wie früher oft angenommen, um Glaubensflüchtlinge gehandelt habe, ist schon deshalb unglaubhaft, weil der 1747 regierende Herzog von Pfalz-Zweibrücken protestantischen Glaubens war. König Friedrich II. unterstützte die Ansiedelung der reformierten Auswanderer durch einige Privilegien. Dennoch haben sich die Siedler durch jahrelange härteste  Rodungs- und Kultivierungsarbeiten auf den kargen Sandböden erst einmal eine Existenz schaffen müssen.

 

Dorfkirche Müggelheim

Die Dorfkirche wurde erst 1804 gebaut, vorher hielt man die Gottesdienste in der Betstube des 1763 auf der Dorfaue errichteten Schulhauses ab.

Altes Schulhaus Müggelheim

Heute befindet sich in den Räumen der Müggelheimer Heimatverein .Am 19.April 1990 fanden sich nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten rund 30 Müggelheimer im Dorfklub "Alte Schule" zur konstituierenden Versammlung des "Müggelheimer Heimatverein" zusammen und erklärten gleichzeitig ihren Eintritt. Die Gründung des "Müggelheimer Heimatverein" war damit Ausdruck der neuen politischen Verhältnisse. In der erarbeiteten Satzung stellte sich der Verein u.a. die Aufgabe, "den Heimatgedanken durch Traditionspflege und Geschichtsforschung zu festigen sowie die Förderung der Kultur und der Denkmalpflege in Müggelheim".

http://www.mueggelheimer-heimatverein.de/index.shtml

 

 

1940 Müggelheim Blick auf Große Krampe

1902 Müggelheim Sporthaus zur Großen Krampe

 

1909 Müggelheim Dorf und 1935 Müggelheim Dorf

 

Müggelheim Heute

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Geographie des Müggelsees

Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit; dies schließt die Bänke im Osten ein) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Metern die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem Kleinen Müggelberg wurde 1961 der vielbesuchte heutige Müggelturm errichtet, der einen Weitreichenden Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Silhouette Berlins bietet.

Der alte Müggelturm 1900 

 

Carl Spindler, der Eigentümer der Köpenicker Wäscherei und Färberei W. Spindler, nach der Spindlersfeld seinen Namen hat, ließ um 1880 auf dem kleinen Müggelberg einen 10 Meter hohen hölzernen Aussichtsturm errichten, der als Spindlerturm bezeichnet wurde. Wegen der geringen Größe konnte man aber nicht in die Ferne schauen und es kamen nur wenige Besucher. 1889 ließ Spindler den Turm von dem deutschen Architekten Max Jacob für 40.000 Mark im chinesischen Pagodenstil erweitern.

Der Turm mit einer Höhe von 27 Metern wurde am 6. April 1890 (Ostersonntag) eröffnet. Von der Aussichtsplattform hatten die Besucher einen Panoramablick bis zu 50 km Entfernung über die Wald- und Seenlandschaft der Region bis hin zur Stadtsilhouette von Berlin. Bereits im Eröffnungsjahr 1890 zählte man ca. 52.000 Besucher.

Im Jahr 1928 legte man die beiden Treppen zum Kleinen Müggelberg hinauf an. Die nordöstliche Treppe vom Teufelssee zählt 111 Stufen, die südliche 374 Stufen. Beide Treppen wurden 1953 erneuert.

1945 sollte wie auch die benachbarte Bismarckwarte auf dem großen  Müggelberg sollte der Müggelturm im April  von deutschen Truppen vor der Ankunft der anrückenden Sowjetarmee gesprengt werden. Der Turm-Gastwirt Walter Wichelhaus verhinderte die Sprengung, indem er die Leitungsdrähte der Sprengladung zerschnitt.

Nach dem Krieg wurde wieder eine Gaststätte für Besucher eingerichtet und 1953 übernahm die HO Köpenick den Betrieb des Müggelturmareals.

Am Nachmittag des 19. Mai 1958 brannte der Turm durch ein Feuer vollständig ab, das vermutlich durch Schweißarbeiten während der Renovierungsarbeiten ausgelöst worden war.

So sollte genau an diese Stelle ein neuer Turm gebaut werden und am 6. Oktober 1959  war die Grundsteinlegung, am 20. August 1960 feierte man Richtfest und die Eröffnung fand am 31. Dezember 1961 in der Silvesternacht statt.

1961 Müggelturm

Der 29,61 Meter hohe, in Stahlbetonskelettbauweise errichtete Turm hat neun Geschosse mit Panoramafenstern und einer Plattform, die über eine Treppe mit 126 Stufen erreichbar ist.

 Der Gastronomiebereich beinhaltet ein Restaurant, eine Weinstube und Sonnenterrassen. Auch der neue Turm war ein Anziehungspunkt für die Berliner. Jährlich kamen durchschnittlich 240.000 Besucher.

Leider ist der Anblick und Zustand der gesamten Anlage heute 2014 eher zum Weinen und für die Berliner und auch Besuchern der Stadt nicht nach zu vollziehen, die Schuldigen sind die Treuhand und das Land Berlin. Dazu passt die Aussage vom Berliner Denkmalamt das da schrieb :

„Der Müggelturm ist eine populäre und weithin sichtbare Landmarke in den Müggelbergen. Er ist ein bekannter Akzent in einem unverwechselbaren Berliner Landschaftsbild.“

2001 Der Müggelturm

Der Müggelturm heute

 


 

 

Der Ortsteil Friedrichshagen

Wappen bis 1987

Im 17. Jahrhundert gab es nur ein Dorf am Müggelsee, die alte Fischersiedlung Rahnsdorf im äußersten Osten. In westlicher Richtung befanden sich am Nordufer einige Baulichkeiten: Die Rahnsdorfer Wassermühle am Mühlenfließ, die um 1665 eingerichtete Teerbrennerei auf einer Anhöhe nahe dem jetzigen Strandbad Müggelsee und eine 1680 erbaute Ziegelei, dort, wo die Spree den Müggelsee verlässt. Direkt gegenüber der späteren „Alten Ziegelscheune“ befand sich die Müggelbude, in der Fischer gelegentlich übernachteten und ihre Gerätschaften aufbewahrten.

1690 Alte Ziegelscheune

Am Südufer war ebenfalls eine Ziegelei. Ansonsten gab es einige Wiesen und sehr viel Wald rings um den See, den Köpenicker Forst. 

Der „Königliche Forst Köpenick“ umfasste im Jahre 1711 etwa 9.000 Hektar .

Das Dorf Friedrichshagen um 1775

Friedrichshagen wurde als Kolonistendorf Friedrichsgnade am 29. Mai 1753 von Friedrich II. gegründet und zehn Jahre später in Friedrichshagen umbenannt.

 

Alte Kolonistenhäuser in der Bölschestrasse

Vornehmlich wurden dort Baumwollspinner aus Böhmen und Schlesien angesiedelt, die in einfachen Lehmfachwerkhäusern lebten. Sie betrieben sowohl Baumwollspinnerei in Heimarbeit als auch Seidenraupenzucht und verdienten sich in den Wintermonaten ihren Lebensunterhalt durch Besenbinderei. Um genügend Nahrung für die Seidenraupen zu haben, pflanzten die Friedrichshagener mehrere hundert Maulbeerbäume.

Im Jahr 1849 wurde die Haltestelle Friedrichshagen auf der Strecke der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn von Berlin in Richtung Frankfurt (Oder) eröffnet.

Durch diese günstige Verkehrsanbindung entwickelte sich Friedrichshagen im 19. Jahrhundert zu einem Villenvorort und beliebten Ausflugsziel für „Sommerfrischler“, die besonders die landschaftlichen Reize des Müggelsees genossen.

1890 Kurpark Anlage in Friedrichshagen

2014 Kurparkanlage Friedrichshagen heute !!!!!!!!!!!

Das ‚Naturtheater Friedrichshagen’ wurde im Jahr 1998 wiedereröffnet.

Friedrichshagen erhielt um 1880 den Titel „Klimatischer Luftkurort“ und es entstanden zwei Badestellen, ein Kurpark sowie Biergärten, Cafés und Hotels.

Die Aufnahme von 1900 zeigte das Kriegerdenkmal noch auf der Westseite des Marktplatzes an der heutigen Stelle des Kiosk für Zeitungen usw. Kurz vor dem 150.jährigem Ortsjubiläum 1903 musste die alte Kirche und das Denkmal der neuen Kirche weichen. Seitdem steht das Kriegerdenkmal auf der Ostseite des Marktplatzes gegenüber dem Kirchenportal.

1895 Innengestaltung der alten Dorfkirche Friedrichshagen

Um 1765 entstand am Karree (Viereck), das später irrtümlich auch Rondell genannt wurde das Schul- und Bethaus der Kolonisten.1799 war es jedoch schon so baufällig, so dass zwei Neubauten fällig waren eine Schulgebäude und eine kleine Saalkirche, die im Oktober 1800 eingeweiht und 1848 mit einem Glockenturm.

1905 Der Marktplatz Friedrichshagen mit Denkmal Alter Fritz

2008 Die Christophoruskirche in Friedrichshagen

Die Christophoruskirche ist eine evangelische Kirche im Berliner Stadtteil Friedrichshagen. Sie wurde in den Jahren 1901 bis 1903 nach Entwurf von Jürgen Kröger durch Ernst Schrammer errichtet. Wichtigster Schatz der Kirche ist die mit einer Widmung der Kaiserin Auguste Viktoria versehene Altarbibel, die der Gemeinde bei der Einweihung des Gebäudes geschenkt wurde. Das Gebäude, in der Bölschestraße gelegen, steht unter Denkmalschutz.


Historische Gebäude Friedrichshagen

Das alte Rathaus Friedrichshagen heute

 

Hermann Gladenbeck verlegte 1887 seine bekannte Bildgießerei nach Friedrichshagen und bis 1926 wurden in Friedrichshagen Standbilder und Denkmale nach den Entwürfen bekannter Bildhauer in Erz gegossen.

  Ehemalige Bildgießerei Peter Hille Strasse 62

Auf einem Gelände zwischen Ahornallee und Wilhelmstraße (der heutigen Peter-Hille-Straße) entstand in kurzer Zeit die damals modernste Bronzegießerei Europas, die seit dem 6. April 1888 als Aktiengesellschaft vormals H. Gladenbeck & Sohn firmierte.

Zunächst von den Einwohnern Friedrichshagens mit starken Protesten kritisiert, befürchteten sie doch für ihren beschaulichen Kurort Schmutz und Lärm, gewöhnten sie sich schnell an die Existenz dieser berühmten Firma. So waren die neuen Arbeitsplätze bei der hiesigen Bevölkerung sehr begehrt und auch der gute Ruf des Betriebes, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus reichte, erfreute die Lokalpatrioten sehr.

 

Bronzen aus der Bildgießerei Gladenbecks 

Auch die gelegentlichen Besuche Kaiser Wilhelm II. oder eines Prinzen des Preußischen Herrscherhauses , die die von ihnen in Auftrag gegebenen Kunstwerke hier inspizierten, erfüllten so manchen monarchistisch eingestellten Friedrichshagener mit Stolz.

Herrmann Gladenbeck

1913 eine Kolossalstatue macht sich auf den Weg nach Norwegen. Das 23 Meter hohe Fridtjofdenkmal  war ein Geschenk von Kaiser Wilhelm II. an die Norweger und an ihren König Haakon VII. aus der Gießerei Gladenbecks .

 

August Strindberg links und Wohnhaus Strindbergs Lindenallee 20 rechts

Im Haus Lindenallee 2 ( heute Nr.20 ) in die rechte Haushälfte zog der schwedische Nationaldichter Strindberg am 30.September 1892 ein. Er bewohnte ein möblierte Wohnung mit Arbeitszimmer, Schlafzimmer und Küche. Das Haus 1885 erbaut im nachklassizistischen Stil erbaut und  1991 sorgfältig restauriert ist es sicherlich die einzige erhaltene Wohnstätte des Dichters ,der 1898 in seine Heimat zurück kehrt.

2014 Wohnhaus Strindbergs Lindenstraße 20

                 

2014 Gedenktafeln für Ola Hansson, Laura Marholm und August Strindberg die hier lebten.

Das 1874 erbaute Haus in der Breest-Promenade 12 ist ein gut erhaltenen. Von 1883 bis zur Eröffnung des Rathauses 1899 diente das Haus als Gemeindeamt. Hier wurde vom stellvertretenen Amtsvorsteher im Herbst 1895 Bruno Wille über Gott und die Welt peinlich befragt.

2014 Breest-Promonade 12

Bruno Wille hatte wegen seines nicht behördlich genehmigten Religionsunterricht eine Geldstrafe erhalten und da er nicht zahlte und weiter unterrichtetet, wurde er am 9.November 1865 ins Ortsgefängnis eingesperrt

Das Gefängnis befand sich im Hofgebäude des Gasthofes "Zum Schwarzen Adler" in der Rahnsdorfer Strasse 27 ( heute Nr.5 )Auf dem Foto begrüßt Bruno Wille mit seiner Frau Auguste die Besucher hinter dem Gitter.

1974 Zum schwarzen Adler Gasthof heute abgerissen und heute eine Grünfläche

2014 Rahnsdorfer Straße Nr.5

1929 Das Spritzenauto in der Kirchstraße ( Aßmannstraße) vor der Knabenschule.

2014 Das Gebäude der Knabenschule Ecke Aßmannstraße-Scharnweberstraße

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Das Wasserwerk Friedrichshagen

Durch den Müggelsee fließt die Spree, die von Große Tränke, 4 km westlich von Fürstenwalde, bis Köpenick als Müggelspree bezeichnet wird. Das am Nordufer des Müggelsees gelegene Wasserwerk Friedrichshagen entnimmt dem See einen Großteil seines Rohwassers. Außerdem befinden sich zahlreiche Tiefbrunnen in Ufernähe, die neben einem geringen Anteil Grundwasser vor allem Uferfiltrat fördern.

1920 Hier hat ein Lastkahn bei den Schöpfhäusern festgemacht . Im zweiten Haus von links wurde ein Museum 1987 errichtet.

Ab 1888 wurde in Friedrichshagen ein großes Wasserwerk im Stil einer neogotischen Klosteranlage zur Wasserversorgung des Berliner Ostens errichtet und am 28. Oktober 1893 eröffnet. Nach zahlreichen

Erweiterungs- und Modernisierungsbauten ist das Wasserwerk Friedrichshagen bis heute im Dienst. In einem Schöpfmaschinenhaus am Ufer des Müggelsees befindet sich seit 1987 das Wasserwerkmuseum der Berliner Wasserbetriebe. Das gesamte Betriebsgelände steht unter Denkmalschutz.

 

2012 Das Alte Wasserwerk am Müggelsee

Das ursprüngliche Wasserwerk Friedrichshagen war das dritte Wasserwerk in Berlin.

Die bereits bestehenden Wasserwerke am Stralauer Tor und am Tegeler See, welche unter der Leitung des Ingenieurs Henry Gill errichtet wurden, reichten aufgrund der industriellen und bevölkerungspolitischen Expansion nicht aus. So stellte Gill 1887 sein Projekt „Errichtung einer Wassergewinnungsstation am Müggelsee und ein Zwischenpumpwerk in Lichtenberg“ vor. Das Projekt für die Nutzung des Müggelsees wurde auf einer Fläche von 7000 m² umgesetzt und am 28. Oktober 1893 gingen die Anlagen in Betrieb. Die Hochbauten im Stil des märkischen Backsteinbaus schuf der Architekt und Stadtbaumeister Richard Schultze. Zur Zeit der Inbetriebnahme war es das größte und modernste Wasserwerk Europas.

Mit insgesamt sechs Maschinenhäusern, 34 Langsamsandfiltern, vier Rieselern (Anlagen, in denen Wasser enteisent wird), zahlreichen Nebengebäuden und vier Wohnhäusern ist das ursprüngliche Wasserwerk, das sich auf einem Areal von 55 Hektar ausdehnt, ein erhaltenes Zeugnis der Industriegeschichte und ein Flächendenkmal von europäischem Rang.

Seit 1991 wird kein Seewasser mehr zur Trinkwassergewinnung genutzt nur noch Grundwasser über 350 Tiefbrunnen.

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Rund 750 Meter südlich des Großen Müggelsees liegt der kleine Teufelssee.

 

1909 Der Teufellssee mit Blick auf Müggelberge

1916 Der Teufelssee mit Restaurant

1931 Luftaufnahme Müggelturm und Teufelssee

Der See misst von Nordost nach Südwest knapp 150 m und ist maximal 100 m breit. Seine Fläche beträgt rund 1,2 ha. Der flache und nährstoffreiche See ist ein in der Eiszeit entstandenes Hochmoor, das vom Schmelzwasser des Eises als Senke ausgestrudelt wurde. Am See unterhält die Waldschule Teufelssee einen drei Kilometer langen Naturlehrpfad, der rund um den See, vorbei an seltenen Pflanzen wie Teichrosen, Wasserschierling und Sonnentau, führt. Da der Untergrund teilweise morastig ist, führt ein Großteil des Pfads über Holzbretterwege.

Ein Naturlehrpfad, gesäumt von zahlreichen Info-Tafeln über die heimische Tier- und Pflanzenwelt, führt Sie entlang des Teufelssees zu dem Lehrkabinett. Hier sind sowohl Einzelbesucher willkommen als auch ganze Kita-Gruppen, Schulklassen von Grundschule und Oberstufe und auch Erwachsene.

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Zum Lehrkabinett

http://www.am-mueggelsee.de/pages/ausflugsziele/lehrkabinett-teufelssee.php

Der Müggelsee hat vor allem für die östlichen Stadtteile Berlins einen hohen Freizeit- und Erholungswert. Allein das Strandbad Müggelsee wird von über 100.000 Menschen jährlich besucht.

Das Strandbad Rahnsdorf 1909

 

Das Strandbad Rahnsdorf 1930

 

Ein Überblick über die Geschichte des Strandbad Müggelsee

Ende des 19. Jh.

Der Zugang zum Müggelsee wird als "wilde" Badestelle genutzt.

1913

Einrichtung eines organisierten Badebetriebes mit Umkleidepavillions und einem Bootssteg ("Hechtbrücke").

1928

Ein Großbrand vernichtet die bestehende Anlage mit Holzbauten.

1929-1930

Nach dem Entwurf des Architekten Martin Wagner Realisierung eines zweistöckigen Neubaus mit großzügiger Terrasse, Freitreppe und Säulengang sowie eines Eingangsgebäudes. Hier fanden Umkleidebereiche, Sanitäranlagen, Unfallhilfestelle, gastronomische Einrichtungen, Kassen und Verwaltung Platz. Wasserrutsche und Bootsverleih sorgten für Abwechslung.

1951

Erweiterung des Strandbades und Bau einer Freilichtbühne auf dem Gelände des heutigen Jugendorfes anlässlich der Weltjugendfestspiele.

 

Strandbad Müggelsee 1969

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1976-1978

Im Zuge von Um- und Ausbauarbeiten Umgestaltung der Freitreppe, Errichtung der Großraumgaststätte ("Würfel"), des Saunagebäudes und einer Kegelbahn.  Das Freibad wird auch Freibad Rahnsdorf genannt denn der Ort Rahnsdorf  ist in unmittelbarer Nähe.

 

 

 

Das Ausflugslokal Müggelschlösschen

 

 Am Ausgang des Spreetunnels (von Friedrichshagen kommend) stand ein Ausflugslokal das in den zwanziger Jahren vergrößert wurde und mit 5000 Plätzen in Sälen, Veranden und einem Garten ausgestattete wurde und als Ausflugsrestaurant Müggelschlößchen bekannt und beliebt war.

1900 Müggelschlösschen

1911 fand im Restaurant Müggelschlößchen in Friedrichshagen ein Treffen der „Freien Jugendorganisation“ statt. Rosa Luxemburg warnte dort vor einem bevorstehenden Weltkrieg.

1941 Müggelschlößchen am Spreetunnel

Das Ausflugslokal fiel in den ersten Nachkriegswirren den Flammen zum Opfer.Heute erinnern nur noch ein paar Stufen und Randsteine von dieser schönen Anlage und riesige Kastanienbäume, die gerne Geschichten erzählen würden.

2014 Reste des Gartenlokals Müggelseeschlösschen heute


Der Spreetunnel am Müggelsee

1920 Warten auf die Fähre nach Besuch des Müggelschlösschen

1920 Fahrt mit der Fähre von der Ausflugsgaststätte Müggelschlösschen nach Friedrichshagen

Im Jahre 1925 war es schon wieder soweit: Eine Katastrophe ! Unhaltbare Zustände ! Die Kettenfähre gab ihr Bestes , pendelte Pausenlos mit 300 Personen voll wie eine Fischdose. Doch bei 50 000 Ausflügler an Sommersonntagen war sie hoffnungslos überfordert, genauso wie 30 Jahre zuvor die gestakten Kähne hatten.

1926-27 Untertunnelung der Müggelspree

  

Mein Bild von 1927 zeigt den Ausweg. 1926 wurde der bisher einzige Fußgängertunnel unter der Spree hindurch gebaut. Am 25.Mai 1927 freigegeben und damit hatte die Fähre ausgedient. Etwa 50 Stufen hinab und etwa 100 mtr. lang und dann wieder 50 Stufen hinauf so einfach war es nun und die Friedrichshagener feierten es wie ein Volksfest.

1932 Spreetunnel vom Müggelschlösschen nach Friedrichshagen


Neugestaltung der Uferzone am Spreetunnel

 

 

Mit großem Aufwand wird seit Wochen das Ufer am Spreetunnel rekonstruiert und saniert

um den Schiffen der Stern und Kreisfahrt und Anderen die Möglichkeit zugeben sicher

an das Ufer anlegen zu können.

Bei dieser Gelegenheit wäre es schön, wenn unsere Stadtväter den Spreetunnel auch

einen neuen Anstrich geben könnten. 

2014 Oktober Uferzone am Spreetunnel Friedrichshagen

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Der Ortsteil Rahnsdorf

Ehemaliges Wappen bis 1987

1375 wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich im Landbuch Karls IV. als Radenstorf erwähnt.

1880 Rahnsdorf Ortsansicht

 

2014 Ortsansicht Rahnsdorf links altes Schul und Küsterhaus ,rechts Dorfkirche

Erstmals 1643 ist an der Stelle in einer Lageskizze des Ortes eine Kirche überliefert, jedoch kann man davon ausgehen, dass es einen mittelalterlichen Vorgänger des Kirchbaus gibt.

Unter dem Patron des Dorfes, dem Minister Samuel von Marschall, wurde die Kirche 1728 als Fachwerkbau erneuert und schließlich im Barockstil neu gestaltet. Zuvor wurde bereits 1698 das Küsterhaus erbaut und während der Jahre 1720-1724 um einen Schulraum erweitert. Neben den geistlichen Tätigkeiten führte der Küster
auch erzieherische in Gestalt des Lehrers aus.


2014 Altes Schul und Küsterhaus Rahnsdorf

Bis in das Jahr 1877 wurde der Kirchplatz als Friedhof genutzt. Im Jahr 1872 fielen jedoch sowohl die Kirche als auch das Küsterhaus dem Dorfbrand zum Opfer.
Auf den Überresten der Grundmauern der Kirche wurde dann in den Jahren 1886-1888 nach den Plänen der Architekten Kappen und Adler die neue Kirche errichtet. Offiziell wurde diese am 11. Juni 1888 - im Dreikaiserjahr - eingeweiht.

 

2014 Fischergut Dorfstrasse 3 hier wohnte der 27 jährige ertrunkene Fischer Kahlenberg

der 1863 in der Nacht ertrank und keiner ihn um Hilfe rufen hörte.

Rahnsdorf gehörte zur Burg Köpenick und war nicht verhuft, weil es noch 1450 keine Äcker gab.

1920 Rahnsdorfer Mühle

1913 Rahnsdorfer Mühle

Der Ort hatte 1487 die Fischereigerechtigkeit in den Gewässern des Schlosses Köpenick. Seine Einwohner verrichten Kossätendienste, wahrscheinlich durch Fischfang und entsprechende Lieferpflichten an das Schloss. Es gab inzwischen 16 Hufen, von denen vier dem Schulzen gehörten. Während des Mittelalters hatte Rahnsdorf nie eine Dorfkirche.

1927 Rahnsdorf am Mühlenteich

Eine erste Dorfkirche wurde erst gegen 1660/1670 erwähnt. 1801 war Rahnsdorf noch immer ein Fischerdorf mit knapp 20 Kossäten (Fischern).

1856 gibt es aber bereits 43 Familien.

1911 Die Fähre in Rahnsdorf

2014 Die Fährstation in Rahnsdorf seit 1911 

2014 Das Fährhaus Rahnsdorf

Im Jahr 1872 brannte das Dorf vollkommen ab und wurde anschließend neu errichtet. In den 1890er Jahren entstand der Ausbau von Hessenwinkel zur Villenkolonie; es wurde 1891 zu Rahnsdorf eingemeindet. Im gleichen Zeitraum wurde die Villenkolonie Neu-Rahnsdorf, aufgrund der Initiative der Deutschen Volksbaugesellschaft für Bürger aus dem einfachen Volke, gegründet.

1920 Die Fähre Rahnsdorf immer per Muskelkraft seit 1911

Seit reichlich über hundert Jahren setzt in Rahnsdorf ein Fährmann seine Gäste über. In kaum zwei Minuten bringt er sie mit kräftigen Schlägen über die 30 mtr. Spree zum alten Fischerdorf. 

1914 Seepartie mit Fähre in Rahnsdorf

Im Jahr 1902 wurde diese Kolonie mit dem zentralen Platz und sternförmig abgehenden Straßen Wilhelmshagen genannt. 1912/1913 entstand die Triglaw-Brücke, die die Insel südlich der seit 1879 „neuen Spree“ mit Hessenwinkel verband.

2014 Fischergut Nr. 13 Rahnsdorf

Besuch beim Rahnsdorfer Fischer 2014

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Sensationen am Müggelsee

 

Am 24. Mai 1932 landete das Flugschiff Dornier Do X, das seinerzeit größte Flugzeug der Welt, nach einem zweijährigen Repräsentationsflug durch Europa und nach Süd- und Nordamerika auf dem Müggelsee.

 

1932 Flugschiff Donier Do-X auf dem Müggelsee

Sie galt damals als größter Flug-Apparat der Welt, war sozusagen der A 380 der 30er-Jahre. Schon die Abmessungen der Do-X waren für damalige Zeit gigantisch: Das Flugschiff war 40 Meter lang, seine Flügel hatten eine Spannbreite von 48 Metern und auf dem Dach brüllten zwölf wassergekühlte 660-PS-Propellermotoren auf, um den gut 57 Tonnen schweren Koloss in die Lüfte zu bringen. Bis zu 169 Menschen fanden in seinem Stahlbauch Platz, und das bequemer als in jeder Touristen-Klasse eines Flugzeugs der Neuzeit. Üblich war in der Zivilluftfahrt dazumal die Mitnahme von 20, höchstens 30 Fluggästen. Erst zwei Jahrzehnte später sollten Transportkapazitäten von mehr 100 Passagieren zum Standard werden. Die von Claude Dornier konstruierte und 1927-1929 gebaute Do-X, so das Urteil vieler Luftfahrtexperten, war ihrer Zeit weit voraus.

 

Die Landung dieses Flugwunders wollten sich die Berliner vor 77 Jahren auf keinen Fall entgehen lassen. Und so strömten sie in Scharen hinaus an den See im Südosten der Großstadt. "Gestern Abend, wenige Minuten nach 6 ½ Uhr, streifte der silbergrüne Leib des Flugboots die Wogen des Sees. Tausende folgten dem Schauspiel mit begeisterten Augen. Tausende erlebten einen Eindruck, den sie nicht so bald vergessen werden. Gestartet am Morgen des 24. Mai im englischen Calshot bei Southhampton war die Maschine über Cuxhaven, Havelberg, Brandenburg und Werder nach Berlin geflogen, um erst eine Ehrenrunde über der Siegessäule zu drehen und dann am Abend am Ziel der Reise, auf dem Müggelsee, zu landen.

 

In Berlin blieb das Flugschiff einen Monat lang, um bei Vorführungen und sogenannten Gästeflügen seine Möglichkeiten zu demonstrieren. Zudem konnten die Berliner - für 50 Pfennig Eintritt - auch einen Blick ins Innere des Großraumfliegers werfen. Auf den drei Decks bestaunten sie allerhand Luxus: plüschige Polstersessel und einen Rauchersalon für die Passagiere, auch eine Bar und eine Küche gab es an Bord. Das Interesse der Berliner war - sehr zur Freude der Friedrichshagener Händler und Gastwirte - riesig. Allein am letzten Mai-Wochenende wurden am Bahnhof 37 200 Menschen gezählt, die fast alle zum Müggelsee wollten. Der Wundervogel ankerte nahe der Ausflugsgaststätte "Rübezahl".

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Gaststätte Rübezahl

1935 Gaststätte Rübezahl

Geschichte Rübezahl

Das heutige Rübezahl ging aus einem in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entstandenen Bierausschank mit dem Namen: „ Dampferanlegestelle Teufelssee „ hervor, den der damalige Gastwirt vom Teufelssee, Gustav Müller, errichten ließ.

Restaurant Rübezahl

Er setzte dort einen entfernten Verwandten , namens Carl Lange, als seinen Vertreter ein, der mit seinem riesigen Vollbart und seiner Größe und Gewicht, er wog 3 Zentner, Ähnlichkeiten mit dem schlesischen Berggeist „ Rübezahl“ aufwies.

Wenn er am Wasser an seinem Stammtisch saß, sagte man immer:“ Na der alte Rübezahl ist auch wieder da.“

Im Volksmund bürgerte sich so recht bald dieser Name für den Wirt und seine Gaststätte ein.

Die Gaststätte trug dann seit dem 1. Januar 1900 offiziell diesen Namen .

Restaurant Rübezahl Garten am Müggelsee

Nach umfangreichen Baumaßnahmen entwickelte sich die Gaststätte zu einem stattlichen Ausflugslokal.

1975 wurde dieses Lokal Abgerissen und es entstand ein neuer Gaststättenkomplex mit 3 Terrassen und einem SB Restaurant.

1976 Konsum Gasstätte Rübezahl Jagdzimmer

1977 Gaststättenkomplex Rübezahl

Im August 2000 wurde der Gaststättenkomplex geschlossen . Es entstand direkten am Ufer des Müggelsee das neue Restaurant Rübezahl mit Biergarten.

Auf dem Gelände des alten Gaststättenkomplex und seiner Wirtschaftsgebäuden ist nun  eine Ferienhausanlage entstanden.

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Gasthaus  und Lokal Prinzengarten

1908 Gaststätte Prinzengarten

Dies hätte Wilhelm Prinz 1908 bei der Namensgebung seiner Gaststätte nicht gedacht, dass er damit einen Anstoß erregen wird und nach 1945 eine Perle, nämlich Ausflugsgaststätte "Die Müggelseeperle" wird.

 

 

1974 Das Ausflugslokal Müggelseeperle abgerissen und Neubau eine Hotelanlage an Traditionsplatz

http://www.hotel-mueggelsee-berlin.de/

 Das Hotel Müggelsee Berlin liegt direkt am Ufer des Großen Müggelsees mitten in einem Berliner Naturschutzgebiet. Unser idyllisch gelegenes Hotel in Berlin bietet Ihnen 176 Hotelzimmer und Hotel-Suiten, überwiegend mit Balkon. Die großzügige Anlage des Hotel Müggelsee Berlin umfasst ein Waldstück, eine großzügige Parklandschaft und natürlich einen eigenen Zugang zu einem der schönstem Seen Berlins, dem Großen Müggelsee.

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Die Müggelberge

 

Die Müggelberge (früher auch Müggelsberge genannt) sind ein bewaldeter Hügelzug. Sie werden durch den Kleinen Müggelberg (88,3 m) und den Großen Müggelberg (114,7 m) dominiert. Die Müggelberge umfassen eine Fläche von rund sieben Quadratkilometern. Entstanden ist der Höhenzug im Eiszeitalter. Die Müggelberge sind, wie ganz Berlin und Brandenburg, von den aus Skandinavien vorstoßenden Gletschern während des Eiszeitalters geformt worden. Sie bestehen daher meist aus Schmelzwassersand und vereinzelt Geschiebemergel. Dabei sind die Müggelberge sowohl aus Ablagerungen der vorletzten Saale- als auch der jüngsten Weichseleiszeit aufgebaut. Die Ablagerungen, aus denen die Müggelberge bestehen, wurden durch den Eisdruck zum Teil intensiv gestört (gestaucht).

 

Der Großer Müggelberg

 

Der Große Müggelberg ist die höchste natürliche Erhebung in Berlin. Die erste Höhenmessung führte im September 1846 Johann Jacob Baeyer durch. Er ermittelte durch trigonometrisches Nivellement eine Höhe von 58,748 in der von ihm genutzten Maßeinheit Toise du Pérou über dem Swinemünder Pegel (mittlerer Pegel der Ostsee bei Swinemünde); dies entspricht 114,51 Metern. 1901 wurde die Höhe mit 114,7 Metern über Normalnull gemessen. Am 16. Oktober 1904 wurde hier auf dem Großen Müggelberg die 40 Meter hohe Bismarckwarte durch den am 25. Januar 1900 gegründeten Verein Bismarck-Warte zu Cöpenick e V. eingeweiht.

1936 Bismark-Warte

Der Architekt war Otto Rietz aus Schöneberg. Die Grundsteinlegung fand am 23. Mai 1903 statt und die Gesamtbaukosten betrugen 120.000 Mark. Der Turm und die Bildhauerarbeiten wurde aus Rüdersdorfer Kalkstein mit Ziegelhintermauerung gefertigt. Im Fuß des Turms befand sich eine Gedächtnishalle.

Über dem Hauptportal der Gedächtnishalle thronte ein vier Meter hoher Löwe des Bildhauers August Gaul. Die Vorderseite des Turmes war durch einen brandenburgischen Adler des Bildhauers Max Meißner verziert. Die Aussichtsplattform in 29 Metern Höhe konnte über zwei sich gegenüberliegende Eingänge an den Seiten des Turmes über zwei Treppen mit jeweils 166 Stufen erreicht werden.

1920 Müggelbaude mit Bismarkwarte

Eine nicht öffentlich zugängliche Wendeltreppe führte von der Aussichtsplattform zur Spitze der Warte, auf der eine  Feuerschale angebracht war. Über ein spezielles System konnte in ihr eine bis zu 18 Meter hohe Flamme erzeugt werden. Während der gesamten Olympischen Sommerspiele 1936 brannte in der Feuerschale ein von Berliner Schülern in die Müggelberge gebrachtes Feuer.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Bismarckwarte am 22. April 1945 von einer deutschen Volkssturmeinheit gesprengt, um den anrückenden sowjetischen Truppen keine weithin sichtbaren Punkte zur Orientierung beim Marsch auf Berlin zu geben.

1964 wurde es Sternwarte genannt

 

Auf dem Großen Müggelberg befinden sich heute der Stumpf des unvollendeten „Fernsehturms Müggelberge“ sowie ein Mast für Sendezwecke.

 

Zeitungsartikel „ Der Morgen“ vom 18.November 1955 über den "Fernsehturm Müggelberge "

"Wir können fahren wohin wir wollen, überall sieht man den Fernsehturm" So werden im Sommer 1957  die Segler und Ruderer sagen, die sich auf unseren Binnegewässern im Osten Berlins tummeln, auf dem Müggelsee,  auf der Dahme um Köpenick und Grünau herum - immer wird die dünne Spitze des Tumes sichtbar sein.

 Aber bleiben wir erst einmal in der Gegenward. Sie beschert uns zunächst die Tatsache, daß ein lange notwendig  gewordenes Projekt endlich verwirklicht wird. Berlin bekommt einen neuen Fernsehturm. Er wird das höchste  Bauwerk in und um Berlin sein. Mit Seinen 131 Metern Höhe, wozu noch die Höhe des Baugeländes mit 105 Metern  gerechnet werden muß, also mit insgesamt 236 Metern, wird der neue Turm sogar den Funkturm um fast 100 Meter  überragen. Wir haben schon ein paar hohe Bauwerke: neben dem Funkturm die Siegessäule im Tiergarten, die Hochhäuser in der Stalinallee, die ungezählten Riesenschornsteine und die Köpenicker Sendetürme des staatlichen Runfunk-komitees.

Alle aber wird der neue Fernsehturm überragen, doch wird er trotzdem keinem gleichen. Weder der vierbeinige, sich nach oben verjüngende Art des Funkturms noch die nadelförmige Form der Sendemasten in Köpenick  wird er haben. Seine Spitze wird eine 35 Meter hohe Fernseh- und UKW- Antenne krönen.

 Damit sind wir schon bei der Aufgabe des Turmes. Er wird einmal den Fernseh- und UKW-Empfang im Berliner Raum  weitestgehend verbessern und vor allen Dingen auch auf die weitere Umgebung ausdehnen Zum anderen aber wird die Weitergabe des Fernsehprogramms Berlin an andere Stationen in der DDR durch den neuen Turm verbessert. Große Parabolspiegel, die unterhalb des Antennenaufbaus um den ganzen Turm herum angebracht sind, werden das Programm weitergeben. Dafür ist je ein Spiegel für Bild und Ton erforderlich. Diese Riesenspiegel müssen in mühseliger Präzisionsarbeit haargenau auf die viele Dutzend Kilometer von Berlin entfernten Relaisstationen gerichtet werden, sonst geht der Empfang im Sinne des Wortes "daneben".  Gebaut wird schon seit einiger Zeit mit Hochdruck an diesem neuen und zugleich größtem Projekt der Berliner Post.

 Ende des Jahres sollen die Vor- und Ausschachtungsarbeiten abgeschlossen sein. Im Frühjahr 1956 sollen die Arbeiten am eigentlichen Turmgebäude beginnen das Ende nächsten Jahres im Rohbau fertig gestellt sein soll. Anschließend wird mit dem Einbau der umfangreichen technischen Einrichtungen begonnen. Damit das Tag und Nacht das Programm überwachende technische Personal gute Unterkunft findet, wurden gleich Aufenthalts-, Übernachtungsräume und eine Kleinküche eingeplant. Den Abschluß des Turmes bildet in 64 Meter Höhe eine Aussichtskanzel, zu der ein Fahrstuhl die Besucher in Nonstopfahrt bringen wird. Auch daran ist gedacht: Der Berliner wird seine Stadt aus der Müggelbergperspektive betrachten können. Am höchsten werden allerdings die Fernsehtechniker kommen, die noch innerhalb des Antennen-Stahlmastes bis zur windigen Spitze klettern können.“

 

 Aber der Fernsehturm wurde hier nicht gebaut weil er eine  Gefährdung für die den Flughafen Berlin-Schönefeld anfliegenden Flugzeuge dargestellt hätte. Der Turmstumpf wurde später als Abhöranlage von der Stasi genutzt und wird seit der Wende von der Deutschen Telekom für Richtfunkzwecke genutzt.

 


Kleiner Müggelberg

 

Auf dem Kleinen Müggelberg befindet sich der Aussichtsturm Müggelturm (Rundblick bis zu 50 Kilometer) und das Gebäude einer früher gut frequentierten Ausflugsgaststätte.

Der Müggelturm

Baeyer ermittelte 1846 eine Höhe von 47,202 Toises bzw. 92,00 Meterfür den höchsten Punkt. Die heute amtlich angegebene Höhe des Kleinen Müggelbergs beträgt 88,3 m ü. NHN.


Die Kanonenberge

 

Als Kanonenberge wird eine maximal 70,1 m ü. NHN hohe Erhebung, ursprünglich Kleiner Müggelberg genannt, in den nord-westlichen Ausläufern der Müggelberge bezeichnet. Im Jahr 1884 erhielt ein Bauunternehmer die Erlaubnis, dort Sand als Baumaterial für Berlin abzubauen.

1930 Die Kanonenberge

Diese Erlaubnis lief 1902 mit seinem Tode ab und wurde für die Erben nicht erneuert. Ab dieser Zeit taucht erstmals die Bezeichnung Kanonenberge auf. Während des Sandabbaus wurde dieses Gebiet als Sandschurre bezeichnet. Den Sand beförderte man über eine Seilbahn ans Ufer der Dahme und verlud ihn in Frachtkähne, wo heute die Gaststätte Schmetterlingshorst steht.

 2014 Aussichtsplattform Kanonenberg im Hintergrund der Müggelturm

 

2014 Ausblick vom Kanonenberg


Geschichte der Gaststätte Marienlust

    Die ehemalige Ausflugsgaststätte Marienlust in den Müggelbergen am Langen See (Dahme), erbaut um 1900

1908 Restaurant Marienlust

1941 Restaurant Marienlust am Langen See

Im Januar 1997 hat ein Feuer  am Sonnabend morgen die traditionsreiche Ausflugsgaststätte "Marienlust" am Langen See zerstört. Gegen 5.30 Uhr war der Brand im Dachstuhl des Gebäudes ausgebrochen und kurz danach von einer Polizeistreife entdeckt worden. Als die Feuerwehr mit drei Löschzügen eintraf, wüteten die Flammen bereits auf einer Fläche von 1 600 Quadratmetern. Das Feuer griff auch auf die Wohn- und Geschäftsräume über. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Löscharbeiten erwiesen sich bei den eisigen Temperaturen als schwierig, da das Wasser aus dem nahegelegenen eingefrorenen See entnommen werden mußte. Nach Angaben der Feuerwehr kamen Menschen bei dem Brand nicht zu Schaden. Die Ursache des Feuers in dem erst kürzlich renovierten Restaurant in den Müggelbergen ist noch nicht geklärt.

2015 Reste der Gasstätte Marienlust am Langen See


Geschichte der Gaststätte Schmetterlingshorst

am Langen See

 

1922 Gaststätte Schmetterlingshorst

 

Die ehemalige Gaststätte "Schmetterlingshorst" liegt am Nordufer des Langen Sees, gegenüber dem Strandbad Grünau. Der Lange

See ist eine Verbreiterung des Flusses Dahme.

Die Gaststätte ist aus einer sog. Schaubude für eine Schmetterlingssammlung mit Imbiss und Ausschank entstanden, die 1898 von dem aus Böhmen stammenden Glasgraveurmeister Johann Bittner eröffnet wurde.

Über die Entstehungsgeschichte der Gaststätte und der Schmetterlingsausstellung existieren unterschiedliche Versionen.

Ursprünglich muss eine sog. Schaubude irgendwo am heutigen Möllhausenufer gestanden haben. Nach einer Zeitungsmeldung vom 9.6.1900 soll dann das sog. "Schmetterlingshaus" von einer Zimmermannsfirma auf Rollen 400 m in Richtung Jagen 10 versetzt worden sein, da wo heute das Möllhausenufer endet.

2014 Hier das Ende des Möllhausenufer

 

Bittner hatte diese Schaubude für 500 Mark pro Jahr gepachtet. Nach 5 Jahren wurde der Standort im Jagen 10 von der Stadt aber wieder neu ausgeschrieben und Bittner überboten. Er bekam danach den heutigen Standort zur Pacht (Jagen 8).

 

Hier befand sich ursprünglich die Verladestelle der stillgelegten Sandschurre. Mit dieser wurde der Kleine Müggelberg bis 1902 weggebaggert. Danach erfolgte die Umbenennung des Restes in Kanonenberge.

Das Objekt hieß zuerst Restaurant "Johann Bittner" und dann offenbar zunächst "Schmetterlinghain".

1920 Restaurant Bittner Schmetterlingshorst innen

 

 Erst nach dem Tod des Gründers Johann Bittner (29.10.1906) tauchte der Name "Schmetterlingshorst" auf. Wahrscheinlich führte seine Frau die Gaststätte weiter, denn sie erscheint dann immer als Pächterin. Der Sohn hatte eine eigene Gaststätte in Grünau.Die 1904 in Betrieb genommene Dampferanlegestelle begünstigte 1906 den Ausbau zu einer stattlichen Ausflugsgaststätte mit einem großen Parkettsaal.

1963 Dampferanlegestelle Schmetterlingshorst

 

Am 24.12.1943 wurde die Gaststätte bei einem Bombenangriff stark zerstört. 1947 begann der Wiederaufbau. Bis kurz nach der Wende wurde sie dann betrieben, vom Pächter wegen zu hoher Pachtkosten dann aber Anfang der 90-er Jahre aufgegeben. Seitdem lag das Objekt brach und verwilderte langsam.

 2014 Schmetterlingshorst am Fuße der Müggelberge

Seit 2007 wird auch wieder eine neue Schmetterlingssammlung gezeigt. Den Kern bildet die Jacobs´sche Sammlung, die Herbert Jacobs - in den 1970er-Jahren zweiter Vorsitzender des Entomologischen Vereins Orion zu Berlin - von 1902 bis 1952 angelegt hatte. Erweitert unter anderem um eine Spende von zehn Schaukästen des Naturkundemuseums, stehen heute 77 Schaukästen mit über 4.000 exotischen und einheimischen Schmetterlingen sowie anderen Insekten im alten Raum neben dem ehemaligen Gasthaus der Öffentlichkeit in einer Dauerausstellung zur Verfügung.

 

Es handelt sich um die zweitgrößte Ausstellung dieser Art in Europa und die größte in Deutschland.

Schmetterlingshorst ist ein interessantes Klassenausflugsziel für Kinder und Jugendliche.

www.schmetterlingshorst.de

2015 Bau einer neuen Steganlage am Restaurant Schmetterlingshorst wird gebaut und ich habe Hoffnung das auf dem wunderschönen Wanderweg von Wendenschloss nach Müggelheim eventuell auch wieder eine Dampferanlegestelle entsteht.

 

 

 

 

Ich würde mich über alte Bücher, Fotos , Karten ,Ansichtskarten, Bilder und Geschichten über das "Alte Berlin" freuen und denke nicht , dass hat er schon oder das kennt er schon !! Alles ist für mein Hobby "Das Alte Berlin " immer wieder spannend !! Ich hole mir auch das Material ab oder komme für die Transport- oder Versandkosten auf.

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